Eigentlich bin ich ja von der schreibenden Zunft.

Doch schon lange habe ich den Wunsch gehegt, über meine publizistische Tätigkeit als Journalist und Fachautor hinaus auch aktiv mehr soziale Verantwortung zu übernehmen.

Theoretisieren über die demographische Lage, die sozioökonomische Misere und ihre psychosozialen Implikationen schön und gut: Bei alledem gilt es aber, die betroffenen Menschen nicht aus den Augen zu verlieren: die Kranken, Alten, Hilflosen, Alleinstehenden und nicht zuletzt die wachsende Anzahl von Flüchtlingen aus den Kriegs- und Krisengebieten der Welt. Mindestens ebenso wichtig ist es, sich praktisch für sie einzusetzen, damit sie in unserer zur Anonymität und Gleichgültigkeit neigenden Gesellschaft nicht vollends auf der Strecke bleiben.

Wichtige soziale Kompetenzen für eine Betreuertätigkeit – als da sind: Solidarität, Menschenkenntnis, Hilfsbereitschaft, Offenheit, Toleranz, Empathie, Integrität, Zuverlässigkeit, Organisationstalent, Durchsetzungsfähigkeit und so fort – werden mir immer wieder bescheinigt. Hinzu kommt, dass ich – geboren 1961 – als Vater zweier noch nicht sehr lange erwachsen gewordener Kinder und als Sohn von Eltern im fortgeschrittenen Alter neben einem gerüttelt Maß an (Lebens-)Erfahrung auch über direkte Einblicke in die Materie verfüge.

Als studiertem Politik- und Wirtschaftswissenschaftler, der zudem seit Jahrzehnten die einschlägigen Debatten aufmerksam verfolgt und publizistisch begleitet, sind mir die Probleme und Hintergründe, die mit dem Berufsbild des Gesetzlichen Betreuers verbunden sind, auch in ihren politischen, sozialrechtlichen und organisatorischen Dimensionen geläufig. Insofern macht mir keiner so leicht ein X für ein U vor. Und das kann bei der Hilfestellung zur Bewältigung des Alltags sicherlich nicht schaden.